Archiv für Mai 2008

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Dealer Christopf D…?

Mai 23, 2008

Ganz Köln  war süchtig. Süchtig nach einem Stoff, den man mundartlich “Jeföhl” nennt. Einem Stoff, der weit mehr ist als einfach nur Gefühl. “Jeföhl” meint: Intensität, Bedeutung, Toleranz, Zugehörigkeit, Geborgenheit, ja Liebe. Eine gefährliche Droge. Jüngst erreichte nun ziemlich überraschend eine Lieferung in Premiumqualität die Stadt. Eine Lieferung, wie sie sonst nur irgendwann zwischen Februar und März über dem Dom ausgeschüttet wird, wenn am Rhein Karneval herrscht. Der Dealer: Christoph Daum!

Ein Groundhopper im Kölner Stadtanzeiger

Der seit Jahren gehuldigte und verlorene Sohn fügte sich wieder ein in die Lücke beim 1. FC Köln, die er vor 16 Jahren hinterlassen hatte. Für einige Tage waren die Straßen, die Kneipen und die Wohnzimmer beschwingt von “Jeföhl” feinster Qualität.

Kann das sein? “Jeföhl” ist in Köln jetzt nur noch Schmerz. Der Angebetete war aber mittlerweile in der Realität des Kölner Fußballs angelangt.  Mit der Verpflichtung ihres Heilands hatte ganz Köln eine ferne Insel des Träumens gefunden. Ums Geißbochheim stelle sich die Frage: Macht er oder macht der nicht weiter? Jetzt macht er sensationell weiter. Aber wie lange? Die nächste GLOSSE kommt bestimmt….

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Wer ist Theo Zwanziger?

Mai 21, 2008

Welche Macht haben der Deutsche Fussballbund und sein Präsident?

Mehr Macht, als man von außen sieht. Mit 6,3 Millionen Mitgliedern in 26.000 Vereinen ist der Deutsche Fußball-Bund eine der stärksten gesellschaftlichen Organisationen in Deutschland überhaupt. Noch dazu ist der DFB reich. Allein aus der WM 2006 verblieb ein Überschuss von 106 Millionen Euro, den sich der Verband mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) teilt, die im Auftrag des DFB die Bundesliga organisiert. Die WM hat nicht nur Deutschland in ein neues Licht gesetzt, sondern auch den ausrichtenden DFB. Eliten aus Politik, Wirtschaft und Kultur drängelten sich auf den Ehrentribünen der Stadien und auch auf den Verbandstreffen des DFB. Theo Zwanziger, der seit 2004 an der Spitze des Verbandes steht, hat es bisher geschickt vermocht, den Machtgewinn zu nutzen. Diskret hat das CDU-Mitglied einen Draht zu Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgebaut, die dem Fußball lange nicht viel abgewinnen konnte. Inzwischen ist sie Ehrenmitglied bei Energie Cottbus, und Zwanziger ist Gast beim Integrationsgipfel im Kanzleramt. Der einstige Landtagsabgeordnete in Rheinland-Pfalz und Regierungspräsident in Koblenz weiß, dass sich Politik in öffentlichen Schlachten entscheidet – und in den Sondierungen zuvor. Deshalb hält er Kontakt zu den Behörden; im September 2007 besuchte er etwa das Bundeskartellamt. Umso mehr erzürnt ihn nun der unangekündigte Besuch der Kartellwächter in dieser Woche. Die Fahnder durchsuchten die Büros des DFB und der DFL in Frankfurt am Main und beschlagnahmten Unterlagen. Der Verdacht: „wettbewerbsbeschränkende Absprachen“ zwischen DFB und DFL bei Verhandlungen mit Sponsoren. Der deutsche Fußball ein Kartell? Wenn Zwanziger das hört, wird er laut am Telefon. „Wo soll denn hier ein Kartell sein?“, ruft er. „Die Nationalmannschaft ist ein Volksgut, sie konkurriert mit anderen Nationalmannschaften, aber doch nicht mit der Bundesliga.“ Am Montag will er einen Beschwerdebrief ans Bundeskartellamt schicken, ein offener Brief soll das sein. Der Präsident weiß um die Macht seines Verbandes, und er weiß sie einzusetzen.

Wie geht Zwanziger mit Krisen um?

Schlechte Zeiten im DFB waren meist gute Zeiten für Theo Zwanziger. Denn dann vertrauen sie ihm – dem Juristen, Gremienarbeiter, Konsenssucher und, wenn es sein muss, öffentlichen Polterer. Als Gerhard Mayer-Vorfelder 2004 im Herbst seiner Präsidentschaft eigenständig und vergeblich einen Nachfolger für den bei der EM zurückgetretenen Teamchef Rudi Völler suchte, stellte DFBSchatzmeister Zwanziger – gestützt auf die Amateurverbände – die Machtfrage. Am Ende kam es zur Doppelspitze, in der Zwanziger zwei Jahre lang den aktiven Präsidenten gab. Im Wettskandal um den Berliner Schiedsrichter Robert Hoyzer gewann er dann weiteres Profil. Intern setzte er eine zügige Aufklärung durch, in der Politik rückte er das Thema Sportwetten auf die Agenda, er reformierte das Schiedsrichterwesen und verklagte Hoyzer auf Schadenersatz. Auch im jetzigen Konflikt mit dem Bundeskartellamt, in dem dem DFB Millionenstrafen und ein Imageschaden drohen, setzt der 62-Jährige auf Aktion. Nach der ersten Empörung über die „unverantwortlichen Frechheiten“ der Behörde las er sich zu Hause in die Materie ein, am Freitag beriet er den gesamten Tag über mit Experten und Juristen. Nun will er beweisen, dass es mit der DFL keine wettbewerbseinschränkenden Absprachen gab. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe Sponsoring mit der DFL, die das Kartellamt im Visier hat, habe keine Werbekunden untereinander aufgeteilt – sondern interne Abstimmungen vorgenommen, etwa wenn ein Nationalspieler des FC Bayern im DFB-Dress für Mercedes werben müsse und im Bayern-Trikot für Audi. Zwanziger muss wieder mal tun, was ihm liegt, was ihn aber manchmal auch nervt: Er muss Behörden erklären, wie sein Verband funktioniert und organisiert ist.

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Frauenpower oder auch nicht ?

Mai 18, 2008

Silvia Rottenberg

Deutschlands Frauen sind Weltmeister! Da lagen sich keine Fremden freudetrunken in den Armen, verstopften keine kilometerlangen Autocorsi mit fahnenschwenkenden Fans die Innenstädte. Keine öffentliche Szene ließ vermuten, dass Deutschlands weibliche Kicker soeben die höchste Trophäe des Weltfußballs gewonnen hatten. Die öffentliche Wahrnehmung des Triumphs bleibt eher mager – daran ändert auch der traditionelle Empfang in der DFB-Stadt Frankfurt nicht viel. So verkündete die Münchner Ausgabe von Deutschlands meistgedruckter Zeitung am Montag auf dem Titel ganz groß den Tod eines kaum noch bekannten Fußball-Managers. Erst darunter und in einem Bruchteil der Größe vermeldet „Bild“: „Wir sind Weltmeister.“

SIR Henry und die Bundestrainerin

Die Medien, so scheint es, wissen auch inhaltlich nicht so genau, wie sie den Frauenfußball einsortieren sollen. Auffällig wurde dies im Final-Kommentar des übertragenden ZDF. Kommentator Norbert Galeske beurteilte die Partie bewerkenswert anders als ein Spiel bei Männern. Den gelungenen Flankenlauf einer Brasilianerin blies Galeske zum „Kabinettsstückchen“ auf. Der Gipfel: „Schauen Sie mal diesen Blick von Birgit Prinz”“ forderte der TV-Kommentator erregt vom Publikum, als die spätere Torschützin von der Regie in Großaufnahme eingeblendet wurde. Tatsächlich reibt sich Prinz am Auge und wirkt ganz schön müde in der Großaufnahme.

Birgit Prinz

Es drängte sich der Eindruck auf, als hätten Helfer im Hintergrund Herrn Galeske jeden Rest von journalistisch kritischer Beobachtungsgabe ausgetrieben und zusätzlich seinen Spielkommentar durch einen rosarot gefärbten Beschönigungsfilter gepresst.

Die Fitnesstrainerin der Nationelelf

Denn: Wären die Frauen Männer, hätte Galeske Löcher in der Abwehr und technische sowie taktische Defizite benannt oder sogar zum sattsam tradierten Bild des „Hühnerhaufens“ gegriffen, als den die Sportreporter eine phasenweise chaotische Abwehrleistung gern titulieren.

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Geschafft, endlich….

Mai 15, 2008

„Als ich meine Jungs bewusst belog…“

Von CHRISTOPH DAUM

Ich werde jetzt wiederholt gefragt, wie wir in den letzten Saisonspielen sportlich so die Kurve bekommen konnten.

Es war nicht einfach, genau dies zu erreichen. Ich habe der Mannschaft gegen Ende der Saison gesagt: Jungs, hier geht es jetzt nur ums Überleben! In der Endphase haben wir unser Spiel auf bedingungslosen Kampf umgestellt, martialisch würde ich sagen: Krieg!

Wir mussten mehr Biss und Schärfe entwickeln, gegen einen spielerisch so starken Gegner wie Hoffenheim ging es einfach nicht anders. Kampf und Geschlossenheit waren das Wichtigste, es ging nicht mehr darum, einen Attraktivitätspreis zu gewinnen.

In unzähligen Einzelgesprächen konnten wir zu den Spielern eine Vertrauensbasis aufbauen. Wir sind unbeirrbar unseren Weg gegangen und hatten endlich verstanden, dass nur wir uns selbst helfen können.

Ich möchte hier unserem Teambetreuer Marcus Rauert ein Lob aussprechen. Er hat einen Riesen-Job gemacht. Marcus hat sich nicht nur sehr um die Spieler, sondern auch um deren Familien gekümmert, die ja fast in der ganzen Welt verstreut leben.

Er hat organisiert, dass sie nach Köln kommen konnten. Durch solche Sachen und durch teaminterne Aktivitäten, die auch eine Nachhaltigkeit haben, sind wir zu einer Einheit geworden.

Ab dem 28. Spieltag waren wir voll da – so, wie wir es uns vorgenommen hatten. Wir konnten noch einmal physisch enorm aufholen. Nicht umsonst haben wir in dieser Phase einen Leistungstest absolviert.

In dieser Situation musste ich auch mal zu dem einen oder anderen Trick greifen. Wir haben bei einigen Spielern die Laktatwerte geschönt. Das heißt: Wir haben ihnen ganz bewusst bessere Werte mitgeteilt, als sie eigentlich hatten!

Ausnahmsweise muss ich zwei Spieler für diese Endphase hervorheben. Patrick Helmes war sensationell gut drauf. Er hat verstanden, dass er Kraft für zwei Spiele hat.

Patrick Helmes

Roda Antar habe ich als unsere „Geheimwaffe“ aufgebaut. Es war mir bewusst, dass er am Ende der Saison so richtig in Form kommen würde. Ich habe ihm immer wieder eingebläut: „Roda, du bist in der Endphase unser entscheidender Mann.“

Ich habe ihn bewusst als freien Mann hinter den Spitzen spielen lassen. Beim Gegner hatte sich natürlich alles auf unser Top-Duo Helmes/ Novakovic fokussiert. Und dadurch hatte Antar mehr Freiheiten, die er einfach toll

Kevin Pezzoni von Blackburn Rovers

Youssef Mohamad neu vom SC Freiburg
  Faryd Mondragon 21.06.71 1,91 94
Ümit Özat 30.10.76 1,86 75
Kevin McKenna 21.01.80 1,90 85
Cem Bagci (Konditionstrainer)
Nemanja Vucicevic 11.08.79 1,81 73
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Wir sind auch Weltmeister….

Mai 9, 2008

 

Cheftrainerin Silvia Neid

Eupen (dpa) - Was haben Fußball-Nationalstürmerin Conny Pohlers und Kevin Kuranyi gemeinsam? Beide verpassten aufgrund ihrer damaligen Formschwäche die Teilnahme an der Weltmeisterschaft und hatten lange daran zu knabbern..

Doch wie Schalkes Angreifer, der sich nach dem WM-Aus 2006 zurückkämpfte und durch gute Leistungen in der Bundesliga nun vor dem Sprung zur EM steht, erwies sich auch die 29- Jährige vom 1. FFC Frankfurt als «Stehaufmännchen». Mit ihrer fabelhaften Vorstellung beim 5:0 in Belgien, mit dem sich die deutschen Frauen die EM-Teilnahme 2009 in Finnland sicherten, hat Pohlers sich nachhaltig für ein Olympia-Ticket empfohlen.

«Ich werde nur die besten Spielerinnen mit nach Peking nehmen. Es geht nur nach Leistung. Conny ist in ihrem zweiten Frühling. Im Moment hat sie die beste Form von allen», lobte Cheftrainerin Silvia Neid. Damit macht die 44-Jährige dem kleinen Wirbelwind, der in Eupen über den Rasen fegte wie in besten Zeiten, große Hoffnungen auf einen Platz im nur 18 Spielerinnen umfassenden Olympia-Kader.

Pohlers weiß, dass das Rennen um die Fahrkarten nach Peking noch längst nicht gelaufen ist. Gerade im Angriff ist das Gedränge groß. In den Weltmeisterinnen Petra Wimbersky und Sandra Smisek hat Pohlers gleich zwei Konkurrentinnen im eigenen Club, Hoffnungen machen sich zudem die Wolfsburgerin Martina Müller und die Potsdamerin Anja Mittag. Im Offensivbereich gesetzt ist nur Birgit Prinz. «Jedes Spiel ist jetzt wichtig, nicht nur die Länderspiele, sondern auch die Spiele mit dem Verein. Ich will unbedingt mit nach Peking. Das sieht man doch wohl, oder?», meinte Pohlers, die zwei Tore selbst erzielte und das 4:0 von Kerstin Garefrekes vorbereitete.

In der Bundesliga-Torjägerinnenliste liegt Pohlers mit 20 Treffern im Moment an der Spitze. «Ich habe einfach einen Lauf und großes Selbstvertrauen», sagte die 63-malige Nationalspielerin, die vor einem Jahr das WM-Ticket verpasste und maßlos enttäuscht war. «Es liegt ja nicht an mir, wenn eine Spielerin nicht mitfährt. Jede hat es selbst in der Hand, durch Leistung zu überzeugen», sagte Neid, die den Konkurrenzkampf bewusst schürt.

Mit entscheidend für die Kehrtwende in Pohlers’ Karriere war ihr Vereinswechsel im vorigen Sommer, als sie Turbine Podsdam verließ und beim Meister aus Frankfurt einen Neuanfang wagte. «Das war ein wichtiger Schritt», sagte sie über beide Wangen strahlend. «Die WM habe ich längst abgehakt. Ich bin ein positivdenkender Mensch und schaue nur nach vorn. Für mich zählt jetzt nur Olympia.»

 

23 16.11.1978 1. FFC Frankfurt 63 27

 

 

18 04.09.1979 1. FFC Frankfurt 88 31

  

Nadine Angerer – 61 Spiele (davon 39 Spiele ohne Gegentor)

Silke Rottenberg 25.01.1972 1993 1.FFC Frankfurt 125

 

 

Melanie Behringer 18.11.1985 2005 SC Freiburg 31 8

17 25.07.1979 Djurgarden IF 148 9

6 07.12.1983 SG Essen-Schönebeck 38 3

Pressetermin mit der ARD

 

mit SIR Henry beim Länderspiel