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SIR Henrys Blitzbesuch in Nürnberg

Februar 13, 2008

Einen ungünstigeren Zeitpunkt kann es für einen Trainerwechsel kaum geben und deshalb besuchte SIR Henry seinen alten Kumpel Hans Meyer in Nürnberg.. Nicht nur, weil der alte Trainer gerade noch die Mannschaft auf die Rückrunde vorbereitet hat und um seine Personalwünsche ergänzt hat. Sondern auch, weil der Trainermarkt recht überschaubar aussieht. Weil kaum Auswahl besteht, greifen die Vereinsfunktionäre in solchen Situationen gerne auf ein Mitglied der Trainergilde zurück, die in der Branche als Feuerwehrmänner gelten. Das sind jene Scharfmacher und Einheizer, meist Männer der alten Trainergeneration, die in zehn, zwölf Spielen eine Mannschaft zu Hochform pushen, um dann in der Folgesaison mit ansehen zu müssen, wie die Mannschaft wieder in die Tabellenregion abfällt, aus der man sie eben erst befreit hat. Männer vom Schlage eines Peter Neururer.

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SIR Henry mit den sprachlosen Spieler der Clubs

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So ist eben unser Henry, Groundhopper und Seelsorger in einer Person…

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Wenigstens SIR Henry spendete Meyer ein wenig Trost

Der Versuchung, einen dieser Feuerwehrmänner zu verpflichten, haben die Nürnberger widerstanden und sich stattdessen für Thomas von Heesen, 46, als Meyer-Nachfolger entschieden. “Von Heesen hat Erfahrung im Abstiegskampf”, erklärten zwar nach dem Trainerwechsel Club-Präsident Michael A. Roth und Club-Sportdirektor Martin Bader – doch das war eigentlich die falsche Begründung zur richtigen Entscheidung.

Denn wenn allein die Erfahrung im Abstiegskampf das Kriterium wäre, dann hätte sich der Club vielleicht besser für einen aus der Neururer-Garde entschieden. Von Heesen hingegen hat gerade mal zwei halbe Bundesliga-Abstiegskämpfe hinter sich. In der Saison 2004/05 übernahm er Arminia Bielefeld erst im Mai, als der Klassenerhalt schon gesichert war. 2005/06 brachte er das Kunststück fertig, sich mit den weder finanziell noch personell stark aufgestellten Arminen irgendwo auf den Plätzen zehn bis 13 einzupendeln und nach der Winterpause nie in ernsthafte Abstiegssorgen zu geraten. Und im Jahr 2006/07 schließlich wurde er nach einer 0:1-Niederlage gegen Bayern und als Tabellenelfter entlassen, als der Abstiegskampf noch gar nicht richtig begonnen hatte.

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Talentschmiede Ajax Amsterdam

Februar 10, 2008

Ajax Amsterdam durchlebt nach dem Weggang von Ryan Babel und Wesley Sneijder, zwei Eigengewächsen aus dem klubeigenen Ausbildungszentrum, einen äußerst schwierigen Saisonbeginn. Aber wie immer wird sich der Klub seinen eigenen Ersatz schaffen. Denn die Ajax-Schule bewahrt sich ihre Aura, ihre Klasse und Effizienz, die mit dem Aufblühen der Generation Cruyff begann. FIFA.com durfte exklusiv die heiligen Hallen des totalen Fussballs besuchen.

Dort steht sie, nur wenige Meter entfernt. Die moderne, luxuriöse Amsterdam ArenA. Imposant wie das griechische Schlachtschiff des mythischen Ajax während des Trojanischen Krieges. Tag für Tag weckt das Gelände die Sehnsüchte der Bewohner des Ausbildungszentrums. Alle träumen sie hier davon, es in die erste Mannschaft zu schaffen und in die Fußstapfen jener zu treten, die seit 30 Jahren die Legende der Ajax-Talentschmiede begründen. Fussball ist hier eine philosophische Angelegenheit und Bestandteil des kulturellen Erbes.

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An den Wänden des Verwaltungstrakts des Zentrums, der Bar, des Spielsalons oder der mit Teppichen ausgelegten Gänge erinnern Fotos an die glorreiche Vergangenheit. Johann Cruyff, Frank Rijkaard, Marco van Basten, Dennis Bergkamp, Edgar Davids, Clarence Seedorf, Patrick Kluivert, die Gebrüder Frank und Ronald de Boer, Mark Overmars, Danny Blind, Edwin Van der Sar: das Etikett Ajax ist eine Referenz, eine Marke, die ihresgleichen in Europa sucht.

Die Goldene Generation der UEFA Champions League-Sieger von 1995 unter Louis van Gaal, mit neun von elf Spielern im Aufgebot, die in diesem Klub ausgebildet wurden, ist bereits in die Fussballgeschichte eingegangen. “Das ist keine Erfolgsgarantie. Das individuelle Talent ist der Schlüssel”, versichert andererseits Jan Olde Riekerink, Leiter des Zentrums seit Sommer 2007.

Dennoch standen im Kader des niederländischen Nationaltrainers im vergangenen Jahr bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ nicht weniger als neun Spieler, die bei Ajax ausgebildet wurden. Darunter die neuen Stars Sneijder, Babel und Hedwiges Maduro, der letzte, der immer noch dort dabei ist. “Unser Standard ist es, jedes Jahr zwei Spieler des Zentrums in die A-Mannschaft zu integrieren”, präzisiert Riekerink, ehemaliger Assistenztrainer beim FC Porto, der zuvor acht Jahre für Ajax Amsterdam arbeitete (von 1993 bis 2001).

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Es ist kurz nach 9.00 Uhr an diesem diesigen Septembermorgen. Die sieben Trainingsplätze des Zentrums, zwei davon Kunstrasenplätze, sind leer. Im metallicgrauen “Bunker” vor dem Eingangstor, in dem sich die Umkleidekabinen und die Büros befinden, in der ersten Etage, vertreiben sich fünf Personen die Zeit mit einem Billardspiel, während sie darauf warten, die Fussballstiefel schnüren zu können. Am Nachmittag schließlich herrscht in der Talentschmiede die größte Betriebsamkeit. Bei einem Budget von 4,5 Millionen Euro kann die Ajax-Schule heute 240 Spieler in 14 Kategorien von 7-19 Jahren aufnehmen. Der Klub kann sich damit brüsten, mit sieben Mannschaften in den nationalen Meisterschaften vertreten zu sein. Die oft zitierte “familiäre Stimmung” ist hier keine leere Worthülse. “Viele ehemalige Spieler engagieren sich immer noch im Klub, und das ist eine gute Sache”, bestätigt Riekerink.

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Spielszenen aus: Roda - Ajax 2-1, am So.10.02.2008

Eine Philosophie aus vier Buchstaben
Seit den 60er Jahren gibt es bei Ajax vor allem eine Spielphilosophie, und das ist ein offensives 4-3-3-System des totalen Fussballs. Es lässt sich in vier Buchstaben zusammenfassen: TIPS. Dies steht für “Technical-Insight-Personality-Speed”. Dies sind die Kriterien, nach denen die Ajax-Schule ihre Mitglieder rekrutiert. “Der Scouting-Bereich besteht aus 40 Freiwilligen und vier Vollzeitbeschäftigten. Wir suchen nie weiter als im Umkreis von 60 Kilometern um Amsterdam herum. Wir glauben an unsere eigene Kultur und es ist nicht unsere Philosophie, uns junge Spieler im Ausland zu suchen”, erklärt Riekerink. Nichtsdestotrotz hat Ajax sein Talentsuchprogramm auf Südafrika und die Vereinigten Staaten ausgeweitet, indem es dort ein Ajax Kapstadt beziehungsweise Ajax America gründete. Steven Pienaar oder Aaron Mokoena beispielsweise sind Spieler, die über diese “Filialen” nach Amsterdam gelangt sind.

“Wir pflegen eine Philosophie des kreativen Fussballs, temporeich und technisch anspruchsvoll. Diese Kategorien werden im Training manchmal gemischt. Die individuelle Klasse ist wichtiger als das System. Alle Mannschaften bis zur Altersklasse von zwölf Jahren spielen ein 3-4-3 und anschließend ein 4-3-3, aber das ist flexibel. Wenn wir zwei Super-Stürmer haben, können wir es in ein 4-4-2 ändern”, erklärt Riekerink weiter, indem er auf der weißen Tafel in der Mitte seines Büros die farbigen Magnete hin- und herschiebt.

“Bei uns haben wir auf jeder Position kreative Spieler. Alles dreht sich um den Ball. Es sind die vielen Details, die unsere Besonderheit ausmachen, wie zum Beispiel das Pressing, die Vielseitigkeit und die Bewegung mit dem Ball. Es ist diese Belebung, die den Unterschied ausmacht.” Der ehemalige Trainer des KAA Gent in Belgien, dem 22 Trainer unterstellt sind, erläutert auch schon das nächste Ziel der Ajax-Schule: die Antizipation beim Lesen des Spiels und die anschließende Ausführung von defensiven wie offensiven Bewegungen. “Es wird etwa zwei Jahre dauern, dieses Programm so zu integrieren, dass alle Trainer die gleiche Sprache sprechen”, präzisiert Riekerink.

Seit dem Bosman-Urteil und den in der Folge immer häufiger stattfindenden Besuchen von Vertretern der großen europäischen Klubs, wie zum Beispiel des FC Liverpool, verliert das Zentrum nach und nach seine Bedeutung als Lieferant vornehmlich der eigenen ersten Mannschaft. In den letzten zehn Jahren hat sich auch die nationale Konkurrenz weiterentwickelt. Aber dennoch bleibt das System Ajax einzigartig und wird weiterhin geschätzt.

An den drei Tagen, an denen Ajax die “Talent Days” veranstaltet, strömen Jahr für Jahr fast 2.000 Fussballer in die Akademie, um den Versuch zu unternehmen, sich ihre Träume zu verwirklichen. Zwei oder drei davon kommen in den Genuss dieses Privilegs. Edgar Davids war einer von ihnen. “Wir wollen keine Roboter heranzüchten”, versichert Riederink. “Wir denken, dass das familiäre Umfeld sehr wichtig ist. Die Schüler essen hier, lernen hier und spielen Fussball, aber ihr Zuhause bleibt bei ihrer Familie. Die jüngsten trainieren drei Mal wöchentlich, die bis 19-jährigen sechs Mal”, ergänzt der Leiter des Zentrums.

Draußen absolvieren unterdessen die ältesten Spieler des Zentrums ihr Trainingspensum. Die Maschinerie der Meistermacher setzt ihre Arbeit fort…

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Bojan Krkic vom FC Barcelona

Februar 9, 2008

Das muss man sich mal vorstellen: Als Andi Brehme den Weltmeisterelfer in die Maschen drosch, war dieser Junge noch nicht auf der Welt. Und nun schickt sich Bojan Krkic vom FC Barcelona an, die Fußballwelt zu beherrschen.

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Spielszene FC Barcelona – Recreativo Huelva: Weiter Ball rechts auf Henry, mit gewohnter Eleganz nimmt der Franzose den Ball mit und legt zurück auf die Höhe des Elfmeterpunkts zur Nummer 27. Ein kurzer Haken, ein Flachschuss ins lange Eck: Tor - 2:0. Der Torschütze strahlt über beide Ohren, gestikuliert, blickt dankend nach oben in den Himmel und fällt seinem Assistgeber in die Arme. Er sieht aus wie ein Kind und tatsächlich: Der Jubelnde ist gerade einmal 17 Jahre alt. Die Rede ist von Bojan Krkić Pérez – kurz Bojan. Einem der größten Talente seiner Zeit.

Wie sein Name schon vermuten lässt, hat der kleine Dribbelkünstler auch nicht-spanische Wurzeln. Sein Vater, der ebenfalls den Vornamen Bojan trägt, ist Serbe und spielte selbst in den 80er Jahren in Belgrad für Roter Stern und OFK, ehe ihn die Liebe nach Spanien verschlug und er eine Katalanin heiratete. Schon als Neunjährigen brachte Papa Bojan seinen Sohn bei Barca unter, und sein Zögling machte mit 889 Toren in sieben Jahren in diversen Jugendabteilungen und der B-Mannschaft gehörig von sich reden. So stand der am 28. August 1990 in Lleida, Katalonien, geborene Wunderknabe bereits sehr früh im Rampenlicht. Mit zehn Jahren gab er sein erstes Interview für Barca TV, spätestens da wurden die ersten Anhänger des katalonischen Vorzeigeklubs auf ihn aufmerksam.

Kampf der Verbände

Die Erwartungshaltung in den kleinen Bojan war also groß, umso verbissener der Kampf der Verbände um seine Person: Denn natürlich wollten sowohl die Spanier als auch die Serben den Doppelbürger in ihre Nationalmannschaften einberufen. Beide Verbände buhlten um ihn, und ganz Serbien trauerte, als er sich schlussendlich für die Heimat seiner Mutter entschied, das Land also, in dem er sein ganzes bisheriges Leben verbracht hatte.

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Gleich bei seinem ersten Großereignis, der U17-EM 2006 in Luxemburg, wurde er Torschützenkönig. Beim nächsten Turnier, der U17-Weltmeisterschaft in Korea, schoss er sein Team in der Verlängerung des Halbfinales gegen Ghana ins Finale, wurde anschließend aber nach der zweiten gelben Karte ausgeschlossen. Wie sein Trainer später berichtete, saß er darauf weinend in seiner Kabine, weil er wusste, dass das WM-Finale ohne ihn über die Bühne gehen würde. Das Team vermisste seinen Star sichtlich und verpasste den Titel im Elfmeterschießen gegen Nigeria.

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Der Albtraum eines Sommers

Februar 8, 2008

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Für die meisten Fußballfans ist Bayer Leverkusen immer nur der „Pillenklub”, ein Werksverein ohne Charisma.Eine Fußballsaison ist ein komplexes Gebilde. Höhen und Tiefen, Phasen der Euphorie und der Krise wechseln einander im Laufe der Spielzeit ab. Möglicherweise kommt irgendwann ein neuer Trainer, Teile des Personals verschwinden oder stoßen neu hinzu. Ist es also redlich, die Dramaturgie einer Saison auf fünf Minuten zu reduzieren? Sicher nicht, und doch kommt jeder, wirklich jeder, mit dem man sich über Bayer Leverkusen des Frühjahrs 2002 unterhält, auf bestimmte fünf Minuten zu sprechen. Und es sind nicht etwa die letzten fünf Minuten des letzten Spiels der Saison, sondern fünf vermeintlich unscheinbare Minuten ein paar Wochen zuvor.Die Geschichte begann ja nicht erst 2002, sie begann spätestens im Sommer 2000.

Da verlor Bayer Leverkusen am letzten Spieltag mit 0:2 in Unterhaching, verspielte die fast schon sichere Meisterschaft und begründete seinen Ruf als »ewiger Zweiter«. Als Coach Christoph Daum wenig später wegen seiner Kokainaffäre zurücktreten musste, dachte man bei Bayer erstmals über einen Trainer Klaus Toppmöller nach. Der stand beim Zweitligisten 1.?FC Saarbrücken unter Vertrag, ein Engagement in Leverkusen scheiterte damals an überhöhten Ablöseforderungen der Saarländer. Stattdessen verpflichtete Bayer 04 etwas überraschend Berti Vogts. Weil der als Spaßbremse galt, holte Calmund neben dem Co-Trainer Wolfgang Rolff und Torwart-Coach Toni Schumacher den immer fröhlichen Ex-Nationalspieler Pierre Littbarski in den Trainerstab, um die Profis bei Laune zu halten.

Es war ein Schuss, der nach hinten losging. Littbarski, der zuvor einige Jahre in Japan gelebt hatte, präsentierte sich als ordnungsliebender, prinzipientreuer Typ. »Er war strenger als Berti, und Berti war fast der Stimmungsmacher«, sagt Calmund heute. Als Littbarski im Training Michael Ballack umgrätschte, hatte er es sich mit dem Kader verdorben.

Im Sommer hatte Bayer als Vierter zwar die Qualifikationsrunde für die Champions League erreicht, doch die Atmosphäre war nachhaltig belastet. So kam es, dass alle Trainer bis auf Schumacher am Saisonende gehen mussten, und Klaus Toppmöller mit ein paar Monaten Verspätung doch noch Chef-Coach in Leverkusen wurde. Für ihn, der allenfalls Anfang der 90er in Frankfurt mal ein ähnlich starkes Team trainiert hatte, ging mit dem Engagement ein Traum in Erfüllung.

Während der Sommerpause saß er in seinem Haus in Rivenich an der Mosel und spielte an der Magnettafel tausende mögliche Aufstellungen durch. Was für Möglichkeiten: Allein das Mittelfeld mit Ballack, Zé Roberto, Bastürk oder Schneider ließ Kenner mit der Zunge schnalzen. Als Toppmöller mit Calmund bald darauf zur U21-Weltmeisterschaft flog und dabei die Mannschaftsquartiere der Argentinier und Brasilianer besuchte, konnte der Manager die unverhohlene Begeisterung des Trainers spüren. »Er war ein Fußballkind mit riesigen Träumen«, sagt Calmund. »Er hat mit dem argentinischen Nationaltrainer geredet, und dieser Moment war für ihn wie Ostern, Weihnachten, Geburtstag und Kommunion zusammen. Er hätte sich wohl am liebsten noch ein weiß-blaues Trikot übergezogen, mittrainiert und Autogramme geholt. Und diese Begeisterung hat er später in Leverkusen eins zu eins auf die Mannschaft und das Umfeld übertragen. Selbst mich hat er angesteckt, und ich bin ja schon ein abgebrühter Hund.«

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Die Farbe des Biers

Februar 8, 2008

 Die Farbe des BiersHell ist das Kölsch, dunkel ist das Alt. Das sind nicht die einzigen Unterschiede zwischen Düsseldorf und Köln. Auf den Spuren der alten Feindschaft zwischen den beiden Rheinstädten. 

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Hell ist hier das Kölsch. Die Wände sind mit mittelalterlichen Schriftzeichen und in Fraktur bemalt, das Interieur ist alt aber gepflegt, das Kölsch wird seit 1883 gebraut. Es riecht nach gutem Essen, alten Holz und Bier. Das Kölsch-Karussel dreht sich, aus der Küche rollen mittelalterlich-zünftige Portionen. In der traditionsbewussten Kölschkneipe der Gebrüder Päffgen ist der „Köbes“ etwas pikiert: „Es reicht mir schon, wenn ich für den Flughafen nach Düsseldorf muss“, sagt der Kellner. „Altbier? Das habe ich noch nie getrunken.“ „Das ist alles Selbstzweck“

„Wenn Düsseldorf den Dom kaufen würde…“, steht in Riesenlettern an dem Baugerüst vor den Fenstern des Touristenbüros Köln. Das Thema ist ihm irgendwie peinlich, zunächst nur unwillig gibt Jürgen Wendler, Geschichtsexperte bei KölnTourismus, seine Meinung und ein paar Fakten kund. „Die Feindschaft ist ja schließlich nur ein Selbstzweck“, offenbart er. Und: „Köln und Düsseldorf kann man einfach nicht direkt vergleichen, Köln ist schließlich römischen Ursprungs, und Düsseldorf, na ja… Bei der Gründung der Bundesrepublik ist leider (!) Düsseldorf zur Landeshauptstadt ernannt worden. Dafür haben die keinen Dom, aber wiederum eine Kunstakademie, wie wir!“.
Als historische Ursache für den anhaltenden Twist wird gerne die Schacht von Worringen im 13. Jahrhundert bemüht. Sie muss eines der blutigsten Gemetzel des Mittelalters gewesen sein, denn elf Parteien traten mit insgesamt 10.00 Kämpfern hier gegeneinander an. Die „Duseldorper“ Bauern standen dabei auf der Seite ihres Grafen gegen den Erzbischof von Köln, der sich die Grafschaft Berg damals ganz gern unter den Nagel gerissen hätte. Für den Sieg bedankte sich Graf Adolf mit den Stadtrechten. Wer nun glaubt, durch die Worringer Schlacht sei auch die leidenschaftlich gepflegte Feindschaft zwischen Düsseldorf und Köln erklärt, der irrt: In der Worringer Schlacht wurden die Düsseldorfer nämlich von den Kölner Bürgern unterstützt, die ihren Erzbischof ebenfalls gern loswerden wollten. Der Erzbischof selber musste sich seine Soldaten aus Luxemburg besorgen.Doch nach Worringen müsse man deswegen nicht auf Spurensuche gehen, dort gibt es keinen Platz und keine Gedenktafel, die daran erinnern. Anders in Düsseldorf. Verlässt man dort den Bahnhof, steht man direkt auf dem Worringer Platz oder trifft an der Düsselmündung bei St. Lambertus auf das „Stadterhebungsmonument“ von Bert Gerresheim, doch das ist eine andere Geschichte.

„Köln über alles“

Zurück im Hier und Jetzt bleibt zumindest der Karneval ein rheinisches Fest. Niemand sollte aber in Düsseldorfer versehentlich ‚Alaaf’ schreien, denn das bedeute ursprünglich „Köln über alles“ und käme einem gefährlichen Schlachtruf gleich.
Multikulturell geht es auf der Kölner Domplatte zu, geschäftig kreuzen Reisegruppen die großen Freiflächen, Züge fahren über die Rheinbrücke und landen im alten Bahnhof von dem man zum mächtigen Dom aufblicken muss. Auf der Rheinpromenade regiert die Entspannung – wenn nicht gerade mal wieder gebaut wird. Dort wo große Ausflugsdampfer anlegen, liegen diejenigen in der Sonne, die spät schlafen gegangen sind, Polizeipärchen patrouillieren gelassen.
Ein Eisverkäufer mit italienischer Dreirad-Ape auf der Kölner Domplatte stimmt im Bierkonflikt vehement ein: „Wenn ein Außenstehender gleich Kölner und Düsseldorfer beleidigen möchte, dann schert er beide über einen Kamm und behauptet einfach, das ist doch alles rheinische Kultur.“ Wer versehentlich das falsche Bier in der falschen Stadt bestellt, erntet im besten Fall Gelächter. Es kann aber auch mal einen Kneipenverweis geben. „Dabei trinken die Düsseldorfer wesentlich mehr Kölsch als die Kölner Altbier“, sagt zumindest der Eisverkäufer im Brustton der Überzeugung.

Glaubensfrage Bier

Im „Päffgen“ klappert immer noch das Geschirr. Hellgoldenes Kölsch aus eigener Herstellung. Das 0,2-Liter-Glas wird immer nachgeliefert, solange kein Bierdeckel darauf liegt. Es ist qualmig, uhrige Jagdgesellschaften fristen den Wänden ihr Dasein und unter den Füßen knarrt ein dunkler Holzdielenboden. Geselligkeit ist Trumpf, jeder gesellt sich zu jedem an den Tisch. Wie das Bier haben sich auch die Bierdeckel im Päffgen seit Generationen nicht verändert: altdeutsche Schrift vor einem grünen Kreis, ein bisschen gelblich der Karton, wie das Kölsch. Dabei hatte doch der KölnTourismus-Fachmann behauptet, Kölsch werde in seiner heutigen Form erst seit demZweiten Weltkrieg gebraut .„Hier, auf unseren Bierdeckeln steht es doch: gebraut seit 1883“, entgegnet der Paffgen-Köbes empört, und man traut sich nicht ihm zu widersprechen. Verlaufen nun die Streitlinien schon quer durch die eigene Stadt? „Irgendwo bei Leverkusen ist die Grenze, die Demarkationslinie“, ruft eine Kollegin vom Nachbarschreibtisch herüber. Es gibt da ein paar Unterschiede, auch im Bier, doch die kann keiner so recht erklären. Altbier hingegen ist eben dunkel.

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Türkischer Supercup 2007

Februar 5, 2008

Im Duell Meister gegen Pokalsieger hat sich Fenerbahce Istanbul vor rund 38.000 Zuschauern im Kölner RheinEnergieStadion am Sonntagabend mit einem 2:1-Sieg gegen seinen Stadtrivalen Besiktas den türkischen Supercup gesichert. Für die Entscheidung sorgte Mateja Kezman sechs Minuten vor dem Ende. Bei der Deutschland-Premiere des “Süper Kupa” vor einem Jahr hatte Besiktas in Frankfurt noch mit 1:0 gegen Galatasaray gewonnen.

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Mer stonn immer meddendrin…..

Februar 2, 2008

Sport fördert Selbstbewusstsein, Soziales Verhalten und noch vieles mehr. Wir haben durch den Sport viele Leute getroffen, kennen gelernt, Freundschaften geschlossen. Unter diesem Motto möchten wir Ihnen diese Seite präsentieren. Neben dem Thema Stars treffen, stehen auf unserer Homepage lustige Reiseberichte und Informationen zur Verfügung.

Einer unserer Lieblingsvereine ist Rode Kerkrade: Der Verein entstand am 27. Juni 1962 durch die Fusion von Roda Sport und Rapid JC (beide 1954 gegründet). Sein vollständiger Name lautet Sport Vereniging Roda Juliana Combinatie Kerkrade. Roda ist ein Verweis auf die Region (Kerkrade, Herzogenrath); JC ist die Abkürzung für Juliana Combinatie (Juliana, ehemalige Zeche in Kerkrade).

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Feyenoord Roterdam: Die Vereinsfarben sind: Hemd: linke Hälfte rot, rechte Hälfte weiß, Ärmel gerade umgekehrt; Hose: schwarz. Das Feyenoord Stadion (erbaut 1936, renoviert 1994) nennt sich “De Kuip” (sprich: de köip, “UI” wie franz. feuille), was auf Deutsch soviel wie “die Wanne” bedeutet. Es hat mehr als 51.000 Sitzplätze und war Austragungsort von zehn UEFA-Pokalendspielen. In der Saison 2004/2005 war Ruud Gullit Trainer von Feyenoord Rotterdam. Nach einer enttäuschenden Spielzeit, die mit Rang vier in der . niederländische Liga) und 25 Punkte Rückstand auf Meister PSV Eindhoven endete, trat Ruud Gullit zurück. Seit dem 1. Juli 2005 ist Erwin Koemann Cheftrainer in Rotterdam. Seit 2007 ist Bert van Marwijk Chefcoach.

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Real Murcia:  Der Verein wurde 1908 als Real Murcia CF gegründet. In der Saison 1922/23 wurde ihm der Titel Real (königlich) von Alfonso XIII bestätigt. Erste Erfolge feierte man, als man in den Jahren 1926 bis 1928 drei Jahre in Folge an der Endrunde um die spanische Meisterschaft teilnehmen konnte. 1940 schaffte Real Murcia zum ersten Mal den Aufstieg in die oberste Liga und benannte sich in Club Real Murcia um. Später benannte sich der Club in CF Real Murcia um. Derzeit spielt der Klub in der Primiera Division

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Real Valladolid Club de Fútbol ist einspanischer Verein aus Valladolid inKastilien-Leon. Er wurde 1928 gegründet, die erste Mannschaft spielt derzeit in der Primiera Division. Die zweite Mannschaft spielt in der Gruppe II der Segunda Division B. In Godesberg haben wir und das Team angeschaut.

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Klüngel, Hennes und noch mehr Gemeckere….

Februar 1, 2008

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Hennes VII. bietet sich an als Sündenbock dafür, dass der FC Kölle heute im Mittelmaß der Zweiten Bundesliga dümpelt. Seit das meckernde Vieh vor elf Jahren das ehrenwerte Amt des Vereinsmaskottchens übernahm, ist es bergab gegangen, viermal stieg man aus der Bundesliga ab. Erstaunlich, dass nicht der Geißbock um Entschuldigung bat, sondern das Präsidium seinen leidgeplagten Mitgliedern in der zurückliegenden Sommerpause einen zweiseitigen Brief mit Kölscher Krisenkommunikation zuschickte. Mit der vergangenen Spielzeit könne keiner zufrieden sein, gestand man ein, es habe “mehr Tiefen als Höhen” gegeben. Das große Ziel, den Aufstieg, hatte man verfehlt. Die Vereinsbosse konterten mit Weisheiten aus der Seemanns-Sprache: “In stürmischen Zeiten kommt es nicht darauf an, woher der Wind weht, sondern wie man die Segel setzt.”

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Es knarzt gewaltig beim FC

Nachdem die Winde während der Sommerpause dank personeller Umstrukturierungen und einer ordentlichen Vorbereitung abgeflaut waren, knarzt es jetzt wieder gewaltig in der Takelage. Das frühe Pokal-Aus ist wie ein Kaventsmann vor den Bug geprallt, und am Freitag, zum Liga-Start, schippert man zu den “Freibeutern der Liga” in St. Pauli, die gerade Kölns rheinischen Rivalen Bayer Leverkusen versenkt haben. Es scheint so weiterzugehen wie in der vergangenen Spielzeit, als der Zweitliga-Krösus so erbärmlich absoff wie das berühmte Schatzschiff Sussex 1694 vor Gibraltar.

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Am Ende der vergangenen Saison stand Platz neun zu Buche, 14 Punkte und 27 Tore abgeschlagen hinter dem dritten Aufsteiger. Nur einmal, nach seinem ersten Abstieg 1998, war der FC schlechter gewesen. Coach damals war Bernd Schuster, der es abseits der Karnevalshochburg bis zum Trainer bei Real Madrid geschafft hat. Der Kölner Misserfolg hat dramatische Ausmaße: 41 Millionen Euro hatte der Klub zuletzt zur Verfügung, 17 Millionen davon flossen an die Profispieler. Zum Vergleich: Der souveräne Aufsteiger Karlsruher SC plante mit 5,5 Millionen Euro.

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Das aktuelle Kapitel der Kölner Gigantomanie begann im vergangenen November, als sich Christoph Daum in einem Kölner Krankenhaus einen Abszess aus dem Hals schneiden ließ. 16 Jahre nachdem ihn der einstige Vorstand grundlos und mit desaströsen Folgen entlassen hatte, war Daum wieder ganz nah am FC, und man bekniete ihn, als Trainer anzuheuern. Daum gab zum Karnevalsauftakt am 11. November eine legendäre Pressekonferenz im Foyer des Hospitals mit kryptischer Botschaft, drei Tage später sagte er ab, wieder vier Tage später zu. In der folgenden Woche strömten 1500 neue Mitglieder in den Verein.

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Vielleicht ging es auch ums Geld

“Es ging nicht mehr um mich”, sagt der 53-Jährige mit dem länglichen braunen Haar und dem Schnurrbart zum stern.de, “es ging um den Verein, die Menschen in der Stadt, in der ganzen Region.” Vielleicht auch ums Geld, acht Millionen Euro bekommt Daum bis 2010 und darf private Sponsoren behalten.

Dafür erwartete man wahre Wunder. Sein erstes Training musste ins Stadion verlegt werden, wo Daum vor fast 10.000 Zuschauern Hände schütteln und Kinder segnen sollte. Es war ein Raunen und Staunen wie bei einer päpstlichen Prozession. Doch die Heilung blieb aus. Daum versuchte es der Reihe nach mit der Kasteiung seiner Spieler, mit Motivations-Musik, mit Psycho-Tricks und Nüchternheit - doch nichts wirkte.

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Der vermeintliche Messias ist eben doch nur ein Mensch. Er sagt: “Ich bin kein Handaufleger. Mein ganzes Leben besteht doch nur aus Arbeit. Ich bin immer Arbeiter gewesen.” Er erzählt das gerne, wenn er zum Beispiel in Schulen spricht. Man dürfe nie aufgeben, sagt er. Daum wuchs in den Trümmern des Zweiten Weltkriegs auf, er kickte das Leder in den staubigen Straßen von Duisburg-Beeck, bis er raus war aus dem grauen Ruhrpott.

Den Platz im Hirn entfalten

Daums Intellekt spielt Tag und Nacht Fußball, dazwischen ein bisschen Yoga, und dann denkt er wieder nach, wie er den Platz im Hirn entfalten möchte. Hütchenspiel im Kopf, die Spieler müssen laufen, wie an seiner Schnur gezogen, doch im Inneren der Kölner Kicker sieht es wohl so wirr aus wie in der verschlüsselten Übertragung eines Nachrichtendienstes. Daum sagt, er habe inzwischen gelernt, schlicht und präzise zu sprechen. Er hatte nämlich mal einen Satz geprägt, der ging so: “Je mehr mir die Irrationalität des Fußballs bewusst wird, desto realer ist er.” Verstanden habe den nur ein Redakteur aus dem FAZ-Feuilleton. Inzwischen greift Daum auf eine populäre Fassung zurück: “Fußball ist ein Spiel der Realitäten.”

Gerade im Umgang mit der grausamen Realität hat man in Köln eine verzückte Leichtigkeit erfunden, einen masochistischen Freudenkult. Immer wieder ist auf der Südtribüne ein Transparent zu sehen, auf dem steht: “Am 8. Tag schuf Gott den FC.” Es muss sehr spät an diesem Tag gewesen sein, als der Herr den passenden Fan erfand: Durchgeknallt, von Sinnen, nicht normal, aber ein leidenschaftlicher Leider. Denn egal wie schlimm das Gekicke ist, die Scharen kommen so zuverlässig in den Prachtbau wie polnische Katholiken zur Sonntagsmesse.

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Und da ist noch…..

Treffen Fussballprofis auf attraktive Kubanerinnen, um mit ihnen Salsa zu tanzen, schlägt der Trainer für gewöhnlich die Hände über dem Kopf zusammen. Doch was ist schon gewöhnlich bei Christoph Daum? Der Trainer des 1. FC Köln hat die Begegnung sogar selbst eingefädelt. Während der Winterpause rückte er mit voller Mannschaftsstärke in einer Kölner Tanzschule ein, ließ seine Spieler unter fachkundiger Anleitung in die Geheimnisse des lateinamerikanischen Tanzes einweihen. „Das hat Riesenspaß gemacht. Die Jungs haben noch wochenlang darüber geredet“, strahlte Daum anschließend.

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„Teambuilding“, nennt der 54-Jährige das. Mit Tanzen, Kartfahren und gemeinsamen Restaurantbesuchen will Daum seine Zweitliga-Mannschaft zu einer verschworenen Einheit zusammenschweißen. Damit sie nicht wieder auseinanderbricht wie in der letzten Saison. Damals verpasste Daum, der vor zwei Jahren an die alte Wirkungsstätte zurückgekehrt war, mit Köln den Aufstieg in die Bundesliga deutlich. Am Ende fehlten 14 Punkte. Jetzt setzt er zum zweiten Versuch an, mit dem Traditionsklub zurück in die Beletage des Fußballs zu kommen. Es wird sein letzter sein.

„Wenn wir nicht aufsteigen, bin ich im Sommer weg. Mein Ziel ist der Aufstieg. Alles andere zählt nicht“, sagt Daum. Scheitert er, würde nicht nur die fußballbegeisterte Stadt in tiefe Trauer gestürzt werden. Auch Daum selbst käme nicht unbeschadet aus dem Schlamassel heraus.
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Früher wäre in Köln spätestens jetzt die bevorstehende Rückkehr in die europäische Spitze ausgerufen worden. Händler hätten T-Shirts mit der Aufschrift „Bundesliga – wir sin widder do“ verkauft, und der Bürgermeister würde den Rathausbalkon vorsorglich für die Jubelfeier herrichten lassen. Doch nun hat sich das Klima gewandelt, die Misserfolge der jüngeren Vergangenheit haben das chronisch überhitzte Kölner Gemüt abgekühlt. Für Daum ist dieser Wandel des öffentlichen Bewusstseins ein Segen. Der Trainer sagt: „Diese Ernüchterung ist ganz, ganz wichtig, vielleicht die wichtigste Veränderung, die der Verein braucht.“ Was zunächst widersprüchlich klingt, macht durchaus Sinn: Trotz vier Bundesliga-Abstiegen in den letzten zehn Jahren herrscht in Köln eine Anspruchshaltung, der ihresgleichen sucht. Von täglichem „Erfolgsdruck pur“, berichtet Manager Michael Meier und sagt: „Deshalb sind wir Christoph Daum für jeden Tag dankbar, an dem er das auf sich nimmt.“ Auch Präsident Wolfgang Overath weiß um die hohen Ansprüche rund um das Geißbockheim: „Vor 40 Jahren waren wir in der Bundesliga das, was heute der FC Bayern ist. Das wirkt noch heute nach. Es wäre zwar finanziell möglich, noch ein weiteres Jahr in der Zweiten Liga auszuhalten. Aber wir alle können uns diese Situation nicht ausmalen.“
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Die Stadt giert nach Bundesliga-Fußball

Wie sehr die Stadt nach Bundesliga-Fußball giert, zeigte sich bei Daums Verpflichtung im November 2006. „Tagelangen Belagerungszuständen“ waren er und seine Familie ausgesetzt, berichtet Daum. Trotz zweimaliger Absage ließ der klamme Verein nicht locker, ging finanziell an die Schmerzgrenze und baute Daum („Ohne diese Hintertür hätte ich es nicht gemacht“) sogar eine Klausel ein, nach der er den Vertrag halbjährlich kündigen könne. Über zwei Millionen Euro soll Daum pro Jahr verdienen, mehr als beispielsweise Thomas Schaaf bei Werder Bremen. Das Wort „Messias“ schwirrte durch die Gazetten, und 8000 Zuschauer pilgerten zum ersten Training, das kurzerhand ins Stadion verlegt wurde.
Daum ging gewohnt aufgedreht ans Werk. Doch schnell merkte er, wie der Klub seit seiner Entlassung im Jahr 1990 abgebaut hatte: „In Köln wurde in den letzten Jahren so viel gewechselt und so viel ausprobiert, da müssen jetzt mal ein paar Pflöcke eingeschlagen werden. Es muss wieder ein wechselseitiger Respekt da sein, der großartige Leistungen erwachsen lässt.“
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“Identifikation entscheidet einen Aufstieg”

Daums Credo lautet heute: „Nicht große Namen entscheiden einen Aufstieg, sondern Identifikation, Zusammenhalt und bedingungslose Leidenschaft. Diese Dinge sind viel wichtiger als Namen oder vergangene Erfolge.“ Also keine Millioneneinkäufe in der Winterpause, keine Experimente. Daum will den Aufstieg mit psychologischen Tricks schaffen. Darum Salsa, darum Kartfahren, darum Teambuilding: „Ab dem 28. Spieltag müssen wir geschlossen und nervenstark sein. Letzte Saison haben wir in den letzten sechs Spielen eine absolute Achterbahnfahrt hingelegt. Das wird uns diesmal nicht passieren.“
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 Was ihm blüht, wenn der Aufstieg misslingt, weiß Daum genau: „Es gibt einige, die auf mein Scheitern warten, die sich sogar freuen würden, wenn ich es nicht packe. Ich kann dieses Drumherum aber ausblenden. Meine Zukunft ist nicht davon abhängig, wie wir ein paar Spiele gestalten und ob wir aufsteigen. Aber für Fans und Region würde es mir sehr leid tun.“ Und wenn es klappt? „Dann feiern wir. Und das nicht zu knapp“, sagt Daum, schmunzelt, und schiebt schnell einen Satz hinterher, der vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen wäre: „Aber keine Sorge: So schnell dreht in Köln keiner mehr
durch.“
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SIR HENRY

Februar 1, 2008

Willkommen beim Super-Fan. Sir Henry W. ist verheiratet (naja) mit seiner Jugendliebe Jutta, seinen beiden Kindern …und mit dem Fußball. Stadtteil Dorff, einen Steinwurf entfernt von Stolberg lebt der rüstige 43-Jährige. Hier riecht alles nach Fußball-Geschichte -Einfamilienhaus: An den Wänden kleben Wimpel, Kappen, Poster, Trikots und Fotos. Henry mit HSV-Legende Uwe Seeler, Henry mit Sepp Blatter, Ericson und Plantini. Henry im Allianz Arena, beim Champion Finale in Paris. Henry in der altehrwürdigen  Schalke Kampfbahn.

Dann wühlt er in einer Schuhkiste, zaubert Eintrittskarten heraus und präsentiert stolz ein Ticket aus dem Jahr 1970. „Es war das erste Spiel, das ich mir in einem Stadion anschaute“, sagt der ”FAST” Rentner (noch 20 Jahre), „das war irgendwann im August. Der HSV gewann in Köln mit 2-1.“


Es war passiert, es traf ihn wie der Blitz. Henry hatte Schmetterlinge im Bauch. Er war verliebt. Und die Liebe zu seinem HSV sollte ihn nie mehr los lassen. In den folgenden 43 Jahren besuchte er weitere 1000(!) Profispiele.Einige Stationen waren: Paris, Manchester; Liverpool, Amsterdam, Eindhoven, Brüssel, Madrid etc.
Längst hat der rüstige Herr (“Ich halte mich mit Tanzen bei den Weenkbülle in Dorff fit“) einen Stammplatz in der AOL-Arena. Mit Namen. Seit 5 Jahren ist er jetzt sogar Mitglied.. „Der Uwe, der Huub oder der Rafael grüßen mich, wenn sie mich sehen.“

Ist doch klar. Der Henry genießt das Leben, er fieberte mit, er hat Triumphe mit gefeiert, er hat Tränen vergossen. Er sagt: „Fußball ist für mich das schönste auf der Welt.“ und das ist er eben, unser “SIR HENRY!”

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Wahnsinn, Henry mit neuer,modischer HSV Mütze

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Die Grundnahrung eines Fans ist jeweils angereichert mit reichlich Bier und Chips 

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Freunde wollen Henry jetzt beim Afrika - Cup gesehen haben

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Nach Schottland fährt man nicht einfach, Schottland muss man erobern. Auch die Sprache, denn Schottisch ist eine ziemlich gewöhnungsbedürftige Abart von Englisch. Aber das kein Problem….

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Der Hobby TV-Reporter ist in den entscheidenden Momenten dabei. Und  er zeigt das Vorher und das Nachher, bis zum bitteren oder - meist - glücklichen Ende

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Machmal übermannt ihn die Müdigkeit, und er entscheidet sich. zur Quartiersuche, die nicht immer feudal ist…

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Das mit der Stadionromantik ist für das Genre der Groundhopper eine besondere Sache. Herzen schlagen dabei auch noch höher, wenn der Verein, bei dem man zu Gast ist, sympathisch ist. Henry hat vieles schon gesehen und einige Bilder kann man sich hier anschauen…

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UEFA Cup Endspiel

Januar 31, 2008

Sevilla deklassiert den FC Middlesbrough

Ein schöneres Geschenk hätten die Spieler ihrem Verein kaum machen können. Zum 100-jährigen Bestehen gewann der FC Sevilla den Uefa-Cup. Beim enttäuschenden Gegner FC Middlesbrough verabschiedet sich Trainer Steve McClaren dagegen ohne Titel auf die Bank von England.

Eindhoven - Der FC Sevilla triumphierte im Uefa-Pokal-Endspiel in Eindhoven mit 4:0 (1:0) gegen den FC Middlesbrough und gewann 60 Jahre nach der einzigen Meisterschaft erstmals einen internationalen Titel. Die Andalusier, die im Halbfinale den Bundesliga-Vierten Schalke 04 ausgeschaltet hatten (0:0 und 1:0), verdarben damit Englands künftigem Nationaltrainer Steve McClaren den Abschied von “Boro”.Bilder vom Spiel hier:
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1 Stunde vor Spielbeginn in angespannter Erwartung.

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König Philipp von Spanien (Felipe Juan Pablo y Alfonso de Todos los Santos de

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Immer mehr Prominente lassen sich daher von Bodyguards bewachen.

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